Psychotherapeutische Praxis Fabry

„Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge" (Epiktet)

Mögliche Therapieanlässe

Manche Menschen tun sich besonders schwer, Nein zu sagen und ihre Wünsche auszudrücken. Auf diese Weise erleben sie viele Enttäuschungen, da sie zu viel geben und zu wenig zurückbekommen, sie aber gar nicht bemerken, dass dazu eben jene o.g. Fähigkeiten notwendig sind. Solche Menschen trauen sich häufig auch nicht, Ärger zu zeigen, aufgrund ihrer Angst vor Zurückweisung, vor Befürchtungen, nicht akzeptiert zu werden oder der Angst, dass sich andere abwenden. In den psychotherapeutischen Sitzungen wird ein Verständnis dafür erarbeitet, aufgrund welcher lebensgeschichtlichen Erfahrungen sich dieser individuelle Mensch genau so mit seinen Eigenschaften und Verhaltensweisen entwickelt hat. Durch das wachsende Verständnis für sich selbst und das Verständnis und die Anregungen des Therapeuten kann eine bessere Selbstannahme erreicht werden. Es geht dann um das Einleiten der ersten mühsamen Schritte, die zu einer günstigeren Lösung führen sowie um das Erlernen von neuen Verhaltensweisen, wie das Nein-sagen, das Wünsche-ausdrücken, das Gefühle-zeigen, das Verlieren von Ängsten und Schuldgefühlen beim Nein-sagen. Insgesamt geht es um die Entwicklung der Konfliktfähigkeit in Beziehungen.
Oder es kann darum gehen, dass sich jemand immer wieder überfordert und deswegen in eine Erschöpfung oder depressive Erkrankung hineingerät. In diesem Fall wird erarbeitet, welches die Gründe sind, dass die eigenen Grenzen nicht eingehalten werden können oder ständig ein innerer Druck vorhanden ist bzw. wie dieser entsteht. Dieser innere Druck, die innere Anspannung und die damit verbundene Unfähigkeit, sich zu entspannen soll dann Schritt für Schritt mit Hilfe unterschiedlicher therapeutischer Interventionsstrategien abgebaut werden.
In einem anderen Fall handelt es sich um eine sehr einseitige Lebensgestaltung, die nur auf Leistung aufgebaut ist und das Selbstwertgefühl stabilisieren soll. Wird durch Krankheit oder andere Gründe die Leistungsfähigkeit eingeschränkt, so kann es zum Zusammenbruch des Selbstwertgefühls kommen, mit Auftreten von Minderwertigkeitsgefühlen und Versagensängsten. Hier könnte es darum gehen, nachzuvollziehen, weshalb sich eine derartig einseitige Lebensgestaltung herausgebildet hat. Die nächsten Schritte wären, andere Möglichkeiten als Ausgleich zu finden oder eine ausgewogenere Lebensführung zu entwickeln durch die Entdeckung neuer Befriedigungs- und Entfaltungsmöglichkeiten.
In einer psychotherapeutischen Behandlung kann auch daran gearbeitet werden, die bislang ungeliebten Seiten oder Schwächen bei sich anzunehmen, oder das, was jemand bisher nicht haben wollte oder als negativ erlebt hat, zuzulassen. Dies können unangenehme Gefühle sein, wie Neid oder unterschwellige Wut. Oder Schwierigkeiten, körperliche Mängel anzuerkennen. Oder sich zu erlauben, dass es nicht nötig ist, immer stark zu sein.
Bei einem anderen Patienten ist das Ziel vielleicht der Abbau seiner Angst vor Menschen oder der Angst, von anderen Menschen abgelehnt zu werden. Jemand, der Angst vor anderen Menschen hat, ist möglicherweise gehemmt, nicht spontan oder verhält sich genau so, dass andere sich tatsächlich nicht zuwenden und Desinteresse zeigen, so dass die Befürchtungen sich immer wieder bestätigen, im Sinn einer sich selbst erfüllenden Prophezeihung. Dadurch kommt es zu sich wiederholenden Enttäuschungen, vielleicht Resignation, Rückzug und zur Verstärkung von Ängsten. Derjenige kann überzeugt sein, er sei langweilig und nicht liebenswert und unter einem angeschlagenen Selbstwertgefühl leiden. In der Therapie werden sowohl die damit verbundenen inneren Konflikte und Gefühle aufgearbeitet sowie Veränderungen im Verhalten auf den Weg gebracht. Ein weiteres Therapieziel ist zudem die Stabilisierung des Selbstwertgefühls.
Es ist auch vorstellbar, dass Menschen wenig Zugang zu den eigenen Gefühlen haben und fast nur verstandesmäßig, also rational reagieren und so mit sich und ihren Mitmenschen umgehen. Dadurch ist das Verständnis für sich und andere eingeschränkt und die Verständigung kann darunter leiden. So können sich unlösbare Konflikte einstellen, obwohl jemand angestrengt bemüht ist, sich verständlich zu machen, indem er versucht, sich bis ins kleinste Detail zu erklären und auf diese Weise andere nervt bzw. bei seinen Mitmenschen Ärger hervorruft. Dann ist es die Aufgabe der psychotherapeutischen Behandlung, an einer verbesserten Wahrnehmung und dem Ausdrücken von Gefühlen zu arbeiten, damit die Kommunikation flexibler wird und auf eine breitere Basis gestellt werden kann.
In der psychotherapeutischen Behandlung geht es immer um eine Weiterentwicklung, zumeist in kleinen Schritten. Das Wichtigste ist, die Veränderungen im Alltag umzusetzen, damit das neu Gelernte wirksam wird und nicht wieder verloren geht, z.B. nach der Beendigung der psychotherapeutischen Behandlung. Probleme und Krisen treten im Leben bei allen Menschen immer wieder auf. Durch die Behandlung sollen bessere Bewältigungsmöglichkeiten erarbeitet werden im Umgang auch mit zukünftigen schwierigen Situationen und Lebenskrisen. Eine psychotherapeutische Behandlung ist also eine Arbeitsbeziehung auf Zeit und ist jedes Mal ein ganz individueller Prozess, abgestimmt auf den einzelnen Menschen und nicht wiederholbar oder übertragbar auf eine andere Person. Bei einer erfolgreichen Therapie stellt sich ein neues und anderes innerseelisches Gleichgewicht ein, oft verbunden mit mehr Lebendigkeit und Lebensgefühl.



Worum geht’s in der Therapie?

Psychotherapie bedeutet wörtlich Behandlung der Seele, der Psyche. Sie bietet Hilfe bei Störungen des Denkens, Fühlens, Erlebens und Handelns. Dazu zählen psychische Störungen wie Ängste, Depressionen, Ess-Störungen, Süchte und Zwänge, psychische Beeinträchtigungen und Behinderungen aufgrund schwerer körperlicher Erkrankungen oder traumatischer Erlebnisse. Darüber hinaus wird Psychotherapie auch bei psychosomatischen Störungen angewandt. Der Begriff Psychosomatik bringt zum Ausdruck, dass die Psyche (Seele) und Soma (Körper) miteinander in Wechselwirkung stehen. Immer häufiger werden psychotherapeutische Behandlungsmethoden – begleitend zu medizinischen Maßnahmen – auch bei organischen Störungen eingesetzt (z.B. bei Krebserkrankungen, bei neurologischen Störungen, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen).
Wenn das innere Gleichgewicht eines Menschen gegeben ist, wirken seine Selbstheilungskräfte. Häufig kommt es jedoch aufgrund äußerer Veränderungen, kritischer Lebensereignisse wie z.B. der Verlust eines lieben Menschen, der Verlust des Arbeitsplatzes, der Heimat, Trennungen, etc. oder aufgrund lang anhaltender Belastungen zu einer Störung des seelischen Gleichgewichts und der inneren Stabilität eines Menschen. Störungen können sich über längere Zeit hinziehen oder sich gar verschlimmern. Wer von seelischen Problemen geplagt wird und sich nicht mehr selbst zu helfen weiß, sollte sich ebenso wenig wie bei körperlichen Erkrankungen scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Betroffene ernsthaft bereit und motiviert ist, sich mit seinen Problemen auseinander zu setzen und an deren Beseitigung – unterstützt durch den Psychotherapeuten – mitzuarbeiten, wobei hierfür auch im Alltag zwischen den Therapiestunden Zeit und Energie z.B. zur Bearbeitung von Therapieaufgaben einzuplanen wäre. Damit eine Psychotherapie erfolgreich ambulant durchgeführt werden kann, muss beim Patienten noch ein Mindestmaß an psychischer Stabilität und Belastbarkeit gegeben sein. Andernfalls ist eine stationäre Psychotherapie vorzuziehen.
Ziel der Psychotherapie ist es, ein tieferes Verständnis für die eigenen inneren Prozesse zu ermöglichen und mit Hilfe des Psychotherapeuten neue Lösungen zu erarbeiten. Psychotherapie ist die wissenschaftlich fundierte Behandlung von seelischen und körperlich-seelischen Erkrankungen, welche individuell auf die persönliche Situation und die Zielvorstellungen des Patienten abgestimmt ist. Sie sind als Patient in einer psychotherapeutischen Behandlung von Anfang an eigenverantwortlich an der Durchführung der Behandlung beteiligt. Inhaltliche Schwerpunkte und konkrete therapeutische Maßnahmen werden auf Ihre individuelle Problematik und Ihre Bedürfnisse und Wünsche hin ausgerichtet.



Wirkung von Psychotherapie

Symptomen wie beispielsweise Ängste, Zwänge oder Depressionen, können unbewusste und ungelöste seelische Konflikte zugrunde liegen. Man kann Symptome auch als Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener auslösender und aufrechterhaltender Bedingungen sehen. Sie können eine Art Notbremse sein und ein Zeichen dafür, dass es so auf keinen Fall weitergehen kann. Wenn es gelingt, diese innerseelischen Konflikte einer besseren Lösung zuzuführen oder eine ausreichende Anzahl der auslösenden oder aufrechterhaltender Bedingungen zu verändern, darf erwartet werden, dass die Symptomatik zurückgeht. In der Psychotherapie geht es darum, diese Konflikte und Bedingungen zu erkennen, in ihrer Bedeutung zu verstehen und zu verändern. Der Therapeut teilt dem Patienten mit, was er durch die Gespräche, die Erzählungen über Erlebnisse und Erfahrungen mit wichtigen Personen und über die Beobachtung der Verhaltensweisen des Patienten verstehen kann. Therapeut und Patient machen sich auf einen gemeinsamen Weg, sie unternehmen eine Art Entdeckungsreise. Schritt für Schritt ergründen sie die Zusammenhänge zwischen Denken, Fühlen und Verhalten und versuchen, sie Mosaikstein für Mosaikstein zu einem Bild zusammenzusetzen.
Die Voraussetzung dafür ist eine gute und vertrauensvolle Beziehung, die zu Beginn der Therapie aufgebaut werden muss. Von Patienten-Seite aus braucht es hierfür Offenheit, die Bereitschaft, auch unangenehme Erkenntnisse zuzulassen, die eigenen „blinden Flecken“ zu erkennen und eingefahrene Wege zu verlassen. So kann sich eine verbesserte Wahrnehmung von sich selbst oder z.B. der eigenen Gefühle entwickeln. Der Patient lernt, sich quasi neben sich zu stellen und über sich nachzudenken oder zu reflektieren. Dazu ist es nötig, die Unsicherheit zu überwinden, über sich zu sprechen. Der Therapeut stellt sich als verständnisvoller Zuhörer zur Verfügung und eröffnet einen Raum, so dass Probleme leichter eingestanden werden können. Zunächst geht es um das Verstehen der eigenen Wahrnehmungen, Bewertungen und Schlußfolgerungen. Solche Denk- und Wahrnehmungsmuster können sich bereits in der Kindheit herausgebildet haben aufgrund der Erfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen, die zumeist die Eltern sind. Beziehungserfahrungen bilden sich heraus, ohne dass uns bewusst wird, nach welchem Muster sie funktionieren. Symptome werden als Ausdruck einer Fehlfunktion oder einer ungünstigen Lösung aufgefasst, einer Lösung, die zu Leiden geführt hat und noch führt, ohne dass dem Patienten selbst klar ist weshalb. Der Patient ist auf irgendeine Weise festgelegt oder programmiert.
Nachträglich ist es nun nötig, sozusagen das Strickmuster zu erkennen, die Fehler zu finden und zu verändern. Ein gutes Beispiel ist vielleicht das folgende: Menschen erlernen ihre Muttersprache bereits sehr früh und können diese fehlerfrei sprechen. Ohne dass sie die Grammatikregeln bewusst gelernt haben, wenden sie diese an. Diese Regeln oder Muster herauszufinden, wäre die Aufgabe von Therapeut und Patient, um dann, wenn klar ist, um welches Beziehungsmuster oder Muster der Lebensgestaltung es sich handelt, dieses so zu verändern, dass die Störung behoben werden kann. Der Therapeut hilft dem Patienten dabei, die Stolpersteine aus dem Weg zu räumen und Bewältigungsstrategien auch für schwierige Lebenslagen und unangenehme Gefühle zu entwickeln.
Die Qualität der Beziehung trägt in jeder Psychotherapie entscheidend zu einem besseren Therapieergebnis bei, es spielt eine wichtige Rolle, inwieweit der Patient den Therapeuten als verlässlich, unterstützend, aufbauend und in seinem Selbstwert bestätigend erlebt.
Selbst in der Beziehung zum Therapeuten können sich schwierige Beziehungsgestaltungen abbilden, da sie auch in diese zwischenmenschliche Situation hineingetragen werden, sich wiederholen, genauso wie in Situationen mit anderen Menschen oder im Alltag. Dies bietet die Möglichkeit, durch das Nachdenken über diese Art der Beziehungsgestaltung neue Erfahrungen zu machen und zu einer anderen Umgangsart zu finden und somit den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern.
Die positiven Möglichkeiten, Motivationen, Fähigkeiten, Interessen und Eigenarten, die der Patient in die Therapie mitbringt, werden als Ressource (Quelle) für das therapeutische Vorgehen genutzt. Die Therapie wird so gestaltet, dass der Patient diese positiven Seiten erfahren kann. Dies wird gezielt in den Veränderungsprozess mit einbezogen. Dazu gehört auch das Nutzen der zwischenmenschlichen Beziehungen des Patienten.
Wenn die Probleme erkannt sind, beginnt die Umsetzung. Der Therapeut begleitet den Patienten bei den Veränderungen; diese können event. auch in der Therapiestunde erprobt werden oder außerhalb mit anderen wichtigen Bezugspersonen wie Partner, Kinder, Eltern oder Freunden. Dabei ist es nötig, in kleinen Schritten vorwärts zu gehen, wobei es auch zu Rückfällen oder dem Rückfall in das alte Verhalten kommen kann. So wie jemand, der Schubladen umgeräumt hat, einen Gegenstand aber wieder in der vorigen Schublade sucht, in die dieser einsortiert war.
Grundsätzlich sind Veränderungen verunsichernd, manchmal sogar beängstigend, da dabei eingefahrene, aber Sicherheit vermittelnde Verhaltensmuster bzw. “liebgewordene“ Gewohnheiten aufgegeben werden müssen, ohne dass schon klar ist, ob das Neue auch den gewünschten Erfolg bringt. Eingefahrene Wege müssen verlassen werden, es ist nötig, über seinen Schatten zu springen, ungeliebte Seiten von sich zu akzeptieren und zu integrieren. Es geht also um eine Erweiterung des inneren und äußeren Handlungsspielraums.
Psychotherapie ist ein kreativer Prozess, bei dem das Team aus Therapeut und Patient bei einzelnen Problemen oder Menschen ganz individuelle Lösungswege geht. Jeder Therapeut hat seinen eigenen Stil und das ist auch gut so. Manche werden stärker mit Träumen arbeiten, manche beziehen Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche mehr in ihre Arbeit ein, manche nutzen Elemente wie Selbstfürsorge, Lachen und Humor.

 

Behandlungsverfahren

Das Richtlinienverfahren in der Psychotherapeutischen Praxis Fabry ist die Verhaltenstherapie. Sie ist als Kassenleistung anerkannt. Neben der Verhaltenstherapie ist ebenfalls die analytische Psychotherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie anerkannt. Privat Versicherte sollten vor Beginn der psychotherapeutischen Behandlung mit der Krankenversicherung klären, ob und in welcher Höhe ihr gewählter Tarif auch Psychotherapie erstattet.
Nach dem Psychotherapeutengesetz gilt der Begriff Psychotherapeut als geschützter Beruf; dabei unterscheidet man zwischen psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten. Allerdings sind nur die Psychotherapeuten von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassen (und können mit der Kasse abrechnen), die eine abgeschlossene Ausbildung in Verhaltenstherapie, Psychoanalyse oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie vorweisen.
In der Verhaltenstherapie steht das aktuelle psychische Problem und seine Bewältigung im Vordergrund. Die persönliche Lebensgeschichte findet besondere Berücksichtigung, da sie für das Verständnis der Entstehung und Aufrechterhaltung des Problems wichtig ist. Es werden Erklärungsmodelle für die aktuellen Probleme erarbeitet. Der Patient hat die Möglichkeit, neue Denk- und Verhaltensweisen auszuprobieren, die mit angenehmerem Fühlen und Empfinden einhergehen können, und sich diese im Sinne eines Lernprozesses anzueignen. Dabei wird großer Wert auf die Absprache der Therapieziele und Vorgehensweisen mit dem Patienten gelegt. Die Wirksamkeit der Verhaltenstherapie ist bei vielen psychischen Problemen, wie z. B. Depressionen, Ängsten, Zwängen und Selbstwertproblemen wissenschaftlich sehr gut belegt.
Tiefenpsychologische Verfahren wie auch die Psychoanalyse gehen davon aus, daß aktuelle psychische Probleme Folge unbewusster Konflikte aus der Kindheit sind, die in der Therapie wieder bewusst gemacht und bearbeitet werden sollten. Dazu werden u. a. Gedanken und Gefühle in freier Assoziation geäußert und ggf. Trauminhalte mitgeteilt, die dann als symbolische Äußerungen unbewusster Inhalte gedeutet werden.



Probetermine

Zu Beginn der Behandlung stehen die Probetermine. Sie dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und der Abklärung, ob die vorhandene Symptomatik behandlungsbedürftig ist, ob die Indikation für eine Verhaltenstherapie vorliegt und eine ambulante Therapie erfolgversprechend ist. Die Probetermine erstrecken sich bis zur Entscheidung des Therapeuten hinsichtlich der Indikation, hier in der Praxis sind das in der Regel 2 bis 3 Sitzungen.

 

Beantragung einer Psychotherapie

Auf der Grundlage dieser Probestunden erfolgt die gemeinsame Entscheidung für oder gegen die psychotherapeutische Behandlung. Die Therapie wird anschließend bei der gesetzlichen bzw. privaten Krankenversicherung beantragt. Diese bewilligt dann die Kosten der Behandlung. Der Umfang der beantragten Behandlungssitzungen richtet sich nach der Symptomatik und ist in den einzelnen therapeutischen Verfahren unterschiedlich. Um kontinuierlich an den eigenen Zielen bzw. der eigenen Problematik arbeiten zu können und um nicht so leicht „den roten Faden zu verlieren“, sind wöchentliche Termine empfehlenswert.

 

Finanzierung

Psychotherapie bei niedergelassenen Psychotherapeuten wird (wie andere Leistungen zur Krankenbehandlung) in der Regel über die Krankenkasse abgerechnet. Die Krankenkassen haben Listen von Psychotherapeuten, die von der Kassenärztlichen Vereinigung anerkannt wurden und deren psychotherapeutische Leistungen sie bezahlen. Die Krankenversicherungen bezahlen Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wie auch Psychoanalyse. Zu allen zugelassenen Psychotherapeuten haben Sie seit dem 1.1.1999 ohne ärztliche Überweisung direkten Zugang mit der Chipkarte Ihrer Krankenkasse, die dann auch die Kosten für die Probesitzungen übernimmt. Die Arbeit von Beratungsstellen (s.u.) ist für Klienten meist kostenlos.